Nepal (13. -26. April)

Wir sind gut angekommen und geben euch erste Impressionen weiter. Untergebracht sind wir bei einer Freundin in einem ganz normalen Wohnquartier im Süden Kathmandus. Wir tauchen in eine völlig andere Welt ein und lassen sie auf uns wirken! 


Are you enjoying Dustmandu? (15. April)

Das fragte uns ein Nepali auf einer Busfahrt. Kathmandu hat den Ruf, eine der schmutzigsten Städte der Welt zu sein. Absolutismen sind aber immer etwas heikel. Dennoch ist die Belastung hier für die Atemwege immens. Viele Leute tragen Schutzmasken. Es ist empfehlenswert mit dem Taxi durch die verstopften Strassen zu fahren. Trotzdem "gönnten" wir uns heute eine Busfahrt. Kühe auf der Strasse sind normal. Ab und zu grast eine heilige Kuh mitten in einem Wohnquartier. Ach ja, Hühnchen gibt's auch gleich um die Ecke! 

Die Temperaturen sind mit 24-26 Grad angenehm. Der Vormonsun hat inzwischen eingesetzt, so dass es ab und zu mal ein kurzes Gewitter gibt. Stromausfälle sind ebenso normal wie der plötzliche Wasserunterbruch beim Duschen. Alles kein Problem. Zur Not steht immer ein Pot mit Kaltwasser bereit... 

Am 13. April feierte man hier das nepalesische Neujahr 2079, was gleichzeitig das hinduistische Kalifest ist. Nepal kennt mehrere Neujahrsfeste innerhalb eines Jahres. In diesem Land treffen verschiedene Kulturen, Traditionen und Religionen zusammen, die zu dieser Vielfalt führen. Der tibetanische Buddhismus und der vom Süden herkommenden Hinduismus führten in der Vergangenheit zu einer sonderbaren Vermischung dieser beiden Religionen. Dazu gesellten sich viele traditionelle Kulte. So ist Kali die Göttin des Todes und der Zerstörung aber gleichzeitig auch der Erneuerung. 

Nepalis verbrennen ihre Verstorbenen. Der Tod ist öffentlich, denn Privates gibt es, bis auf wenige Ausnahmen, hier nicht! Jeder darf dabei sein und das Fotografieren ist geradezu schockierend normal. Angehörige lichten ihre Verstorbene auf dem Scheiterhaufen ab und nehmen diese wichtige Erinnerung mit sich. Schwer vorstellbar bei uns. 

Christen dürfen in Jesus Christus den Trost der Auferstehung haben. Das ist ihre Hoffnung im Leben und im Sterben. Übrigens feiern gerade die Christen am folgenden Wochenende ihr Osterfest. Zum ersten Mal seit langem haben christliche Gemeinden deutliche Warnungen vor öffentlichen Kundgebungen erhalten. Es hat bereits Anschläge auf Kirchen gegeben und die Situation für die Christen verschlechtert sich. 


Affen sind in der ganzen Stadt anzutreffen. Wer nicht aufpasst wird beklaut...

In den nächsten Tagen sind wir im Shivpuri National Park auf Trekking-Tour (ab 17. April). Begleitet werden wir von einem Führer, der uns schon im 2011 auf das Annapurna Base Camp begleitet hat. 


Stairway to Heaven (20. April)

Wir sind zurück von unserem Trek, der wegen seinen vielen Treppen auch "Stairway to Heaven" genannt wird. Der Weg führt durch Dschungel und Rhododendronwälder stetig nach oben. Das "Hotel" Sunrise ist sehr zu empfehlen. Für umgerechnet 9 Franken für das Zimmer stehen gebrauchte Zahnbürsten bereit und das Wifi-Passwort lautet: password :-). Durch einen krassen Sonnenaufgang über dem Himalaya wurden wir für unsere Mühen belohnt. Auf einem Bild ist der Mt. Everest von Wolken umhüllt zu sehen. Dieser Anblick ist unbeschreiblich!

Vor vier Jahren, am 25. April 2015, wurde Nepal von einem grossen Erdbeben erschüttert. Die Spuren davon sind bis heute überall anzutreffen, deshalb erlebt das Land einen grossen Bauboom. Neue Quartiere entstehen da und dort und doch ist die Kluft zwischen Armut und Wohlstand gross. Der Blick auf die Blechsiedlung aus unserem einfachen Hotelzimmer macht uns das bewusst.

Wir sind froh, dass es unserem nepalesischen Freund und seiner Familie durch die vermittelte Arbeit aus der Schweiz sehr gut gehen darf. Ihre Kinder können nun eine solide Ausbildung machen. Darüber freuen wir uns sehr.  


नमस्ते – Namaste (26. April)

So grüsst man sich in Nepal. Der Gruss bedeutet: "Ich beuge mich vor dem Göttlichen in dir." Religion und Tradition sind allgegenwärtig. An jeder Ecke und auf jedem Berg stehen Tempel und Opferplätze. Wir besuchen noch einmal den grössten Stupa der Welt in Kathmandu und lassen den regen Betrieb an diesem buddhistischen Heiligtum auf uns wirken. Viele Bergsteiger aus aller Welt starten hier ihre Touren in das Gebirge des Himalayas. 

 

An einem Tag stossen wir auf einen Familienclan, der ein Geburtstagsfest bei einem Ganesh-Tempel feiert. Mit lauten Trompeten zeigen sie ihre Freude und erklären uns die Tradition dieses hinduistischen Anlasses.

 

Einladungen bei Einheimischen erlauben uns einen guten Einblick in ihr Leben, was immer etwas ganz Besonderes ist. Wir erleben, dass alltägliche Verrichtungen wie Gemüse und Früchte entkeimen und waschen, das Trinkwasser aufbereiten oder Autofahrten vielmehr Zeit brauchen als in Europa. Normal sind hier auch die regelmässigen Erdstösse. Während unseres ganzen Aufenthaltes gibt es 4 kleinere Erdbeben. Eines ist mit 5.2 sehr deutlich zu spüren. 

 

Die staatlichen Schulen werden in zwei Schichten zu je 4 Stunden geführt, da nicht alle Kinder gleichzeitig unterrichtet werden können. Wir besuchen ein christliches Beratungszentrum, in dem einerseits Berater ausgebildet und andererseits Menschen mit Traumata, Suizidgefährdete, Missbrauchs- und Gewaltopfer beraten werden. Der Bedarf ist riesig und es gibt zu wenige solcher Beratungsstellen.

 

Die letzten Tage verbringen wir ausserhalb der Hauptstadt auf Dschungel-, und Wanderpfaden und geniessen die Frische der Natur. Die Tier- und Pflanzenwelt Nepals ist einzigartig.

 

Mit enorm vielen Eindrücken verlassen wir heute Nepal und reisen weiter nach Penang in Malaysia.